Die Schweizer DINAMIQS, Tochtergesellschaft der Siegfried Holding AG, erhielt von der eidgenössischen Behörde Swissmedic die Lizenz für GMP-Produktion und Testung viraler Vektoren. Damit kann das Unternehmen ATMP herstellen und freigeben. Als erste integrierte Viral-Vector-CDMO der Schweiz biete DINAMIQS damit nun End-to-End-Services für Gentherapien aus einer Hand.

Die Sandoz AG liefert zum ersten Quartal einen kräftigen Anstieg des Umsatzes, der nur durch Währungseinflüsse nicht ganz so groß erscheint. Doch ein Plus von 18% im Biosimilarsegment ist ein deutliches Signal, dass dieser Bereich überproportional an Bedeutung gewinnt. Wenn da nicht die leidige Erstattungsfrage wäre, das Thema automatische Substitution und die Konkurrenz aus Asien. Noch dazu kommen Indien und China auch räumlich immer näher und bringt Biosimilars ‚made in Asien‘ unter deutscher Niederlassungsflagge in die Kostendebatte ein.

Im Projekt PolyKARD haben Fraunhofer- und NMI-Forscher einen biomimetischer Gewebeersatz für biohybride Implantate entwickelt. Das Material wurde auf der Hannover-Messe vorgestellt und steht nun für Anwendungen in der Medizintechnik bereit.

Das Münchner Biotechnologie-Unternehmen mbiomics GmbH sichert sich weitere 12 Mio. Euro und erweitert damit die Serie A aus dem Jahr 2023 und eine spätere Aufstockung auf insgesamt 30 Mio. Euro für mikrobiombasierte Therapeutika. Mit MBX-116 startet bald der Schritt in die Klinik. Ziel ist es, komplexe lebende Bakterienkonsortien erstmals skalierbar als Arznei nutzbar zu machen – ein Schlüsseltest für die Mikrobiomforschung.

QIAGEN meldet für Q1 2026 gemischte Trends: Der Umsatz steigt leicht auf 492 Mio. US-Dollar (+2%, CER −1%), der Gewinn je Aktie bleibt im Rahmen der Erwartungen. Wachstumstreiber wie Probentechnologien und QIAcuity legen zu, während QuantiFERON schwächelt. Die Jahresprognose wird deswegen auf 1–2% Umsatzwachstum (CER) gesenkt, was den Kurstrend nach unten antreibt.

Die SphingoTec GmbH (Hennigsdorf bei Berlin) bringt mit dem ELISA sphingotest® penKid® einen Test für den Nierenbiomarker Proenkephalin auf den Markt. Er läuft auf Standardlaborgeräten, zeigt hohe Übereinstimmung mit dem Referenzassay und soll Forschung zur Nierenfunktion sowie klinische Studien breiter zugänglich machen, wofür große Nachfrage bestehe, so die Firma.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche bleibt verhalten. So erreichte der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostik (IVD) im Jahr 2025 ein Volumen von 2,38 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 0,8 Prozent. Auch der Bereich Life Science Research (LSR, Abbildung) verzeichnete mit einem Umsatz von 3,81 Mrd. Euro einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent.

In einer Studie der Philipps-Universität Marburg und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg wurde untersucht, wie gut 13 öffentlich verfügbare KI-Sprachmodelle klinisches Wissen zur akuten Nierenschädigung abrufen und anwenden können.

georgneu

Kooperieren ist schön und gut, eine echte Life-Sciences-Städtepartnerschaft unter deutschen Biotech-Regionen hat man noch nicht gesehen. Genau das haben die Bürgermeister der Städte Heidelberg und Mainz nun in einem Memorandum of Understanding beschlossen: eine engere Zusammenarbeit der Clusterorganisationen und Technologietransfereinrichtungen. Damit wird eine Blaupause geschaffen für andere Regionen, die in großer Zahl seit dem BioRegio-Wettbewerb entstanden sind. Interessant ist, dass ebenso ausdrücklich die Tür geöffnet wird für weitere Partnerregionen, womit ein geographisch benachbarter Großraum gemeint sein könnte.